Abstract
Die öffentliche Wahrnehmung von ökonomischer Ungleichheit ist oft stark verzerrt. Solche Fehlwahrnehmungen beeinflussen subjektives Wohlbefinden, Umverteilungspräferenzen sowie Wahl- und Konsumverhalten. Der Beitrag fasst einen Netzwerkansatz zusammen, in dem die Akteur*innen aus ihrem wahrgenommenen sozialen Netzwerk auf die Gesamtgesellschaft extrapolieren. Einkommenshomophilie und soziale Segregation können so zentrale stilisierte Fakten verzerrter Ungleichheitswahrnehmungen erklären, ohne kognitive Verzerrungen vorauszusetzen.
Citation
Jan Schulz, Daniel M. Mayerhoffer & Anna Gebhard (2023): Soziale Vergleiche und wahrgenommene Ungleichheit. Der öffentliche Sektor – The Public Sector 48(2): 15–18.
